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Ludwig Auer

Ludwig Auer

Ludwig Auer und sein Werk

Die Pädagogische Stiftung Cassianeum wurde von Ludwig Auer (1839-1914) und seiner Frau Philomena gegründet.
Nach Abschluss der Ausbildung an der Seminarschule Eichstätt trat Ludwig Auer 1857 seinen Schuldienst in seinem Geburtsort Laaber/Oberpfalz an. Schon 1858 wird er an die „Seminarmusterschule“ nach Eichstätt berufen.

Im Jahre 1867, in einer Zeit, als der „Kulturkampf“ seinem Höhepunkt entgegentrieb, rief Ludwig Auer – ganz auf sich allein gestellt – einen katholisch-pädagogischen Verein ins Leben, der sich der Förderung der Volksbildung im Geist der katholischen Kirche widmete. Zwei Jahre später, im Jahre 1869, verließ er den Schuldienst, um sich ganz seinen pädagogischen Zielen widmen zu können.

Die Gründung des Cassianeums

Das Cassianeum

Pädagogische Stiftung in Donauwörth

Zu Beginn des Jahres 1874 eröffnete Ludwig Auer in Neuburg/Donau eine Buchdruckerei, eine Verlagshandlung und ein Antiquariat. Am 4. Juni 1875 folgte die feierliche Eröffnung des „Cassianeums“ am gleichen Ort. Dieses umfasste drei Abteilungen, die personell und sachlich eng zusammenarbeiteten: eine wissenschaftliche Abteilung zum Studium der Pädagogik mit Bibliothek und Lehrmittelausstellung, eine praktische Abteilung Schule und Schülerheim und eine wirtschaft- lich-technische Abteilung mit Verlag, Druckerei und Versandbuchhandlung. Seinen Namen erhielt das Institut nach dem heiligen Martyrer Cassian, dem Patron der Lehrer, der in frühchristlicher Zeit seines Glaubens wegen von Schülern mit Schreibgriffeln erstochen wurde. Im Jahre 1886 übersiedelte das Cassianeum in die Gebäude des ehemaligen Benediktinerklosters Heilig Kreuz in Donauwörth.

Im Laufe der Jahre entfaltete sich in den Buch- und Zeitschriftenredaktionen des Cassianeums ein reiches Spektrum an Literatur. Die von ihm neu herausgegebenen Zeitschriften sprachen unterschiedlichste Zielgruppen an: Kinder, Jugendliche, Frauen, Lehrer, Geistliche, auch die damals gesellschaftlich vernachlässigte Gruppe der Dienstboten, die Kalender, ein um 1900 beliebtes Medium der Volksliteratur, waren im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet.

Mit der Eröffnung des „Knaben-Instituts“ am 2. Oktober 1889 in den Räumen des ehemaligen Klosters verwirklichte Ludwig Auer seine praktischen Erziehungsziele. Aus der Volksschule entlassene Jugend erhielten hier die Möglichkeit, sich eine gediegene Vorbildung für den gewerblichen und landwirtschaftlichen Beruf zu erwerben.
Den schulischen Bedürfnissen gemäß wurde das Knaben-Institut in den folgenden Jahren in eine vier- und eine sechsklassige Mittelschule strukturiert. Noch heute erfreut sich die Realschule, inzwischen unter der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg, regen Zulaufs.

1916 eröffnete die Pädagogische Stiftung Cassianeum ein „Erziehungsheim“; diese Tradition wird heute in Form des Tageskindergartens weitergeführt.
Das in den 1970er Jahren geschlossene Kinderheim ist derzeit Gegenstand historischer und auch juristischer Recherchen. Ausgelöst wurden sie durch entsprechende Berichte des Bayerischen Rundfunks, die auf menschenverachtende Erziehungsmethoden in dem Heim und Fälle schwerer körperlicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs schließen ließen. Ziel der Recherchen, für die auch Gespräche mit Zeitzeugen und Betroffenen geführt werden, ist eine möglichst umfangreiche Dokumentation und Aufarbeitung der damaligen Vorkommnisse.